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Housing First Bremen

Wohnen ist ein Menschenrecht. Das Prinzip von Housing First Bremen ist daher einfach: Zuerst eine eigene Wohnung, dann individuelle Unterstützungsangebote. Statt Umwegen über Notunterkünfte oder Übergangseinrichtungen erhalten Menschen, die lange von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit betroffen waren, direkt einen regulären Mietvertrag mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten.

Housing First bedeutet dabei nicht, Menschen mit dem Wohnraum allein zu lassen: Ein multiprofessionelles Team bietet bedarfsgerechte, aufsuchende Unterstützung an, um persönliche Themen Schritt für Schritt zu bewältigen. Die Inanspruchnahme der Begleitung erfolgt freiwillig und ohne Zwang und Druck.

Projekt mit Peer-Support
Wohnungsschlüssel von Housing First Bremen

Was ist Housing First – und was machen wir anders?

Im klassischen Hilfesystem für wohnungslose Menschen steht die eigene Wohnung meist erst am Ende eines langen Weges über Notunterkünfte und Übergangseinrichtungen (der sogenannte „Treatment First“-Ansatz).

Das Problem: Vielen Menschen wird so der Weg aus der Wohnungslosigkeit erschwert, denn ohne die Sicherheit der eigenen vier Wände können Gesundungs- und Stabilisierungsprozesse oft kaum gelingen. Der permanente Druck und die fehlende Privatsphäre können zu einem zermürbenden Kreislauf führen, und es kommt zu einer Art Drehtüreffekt zwischen Notunterkünften, Übergangseinrichtungen und einem Leben auf der Straße.

Der Ansatz von Housing First:

Erst die eigene Wohnung:
Das eigene Zuhause schafft die Sicherheit und Ruhe, die notwendig sind, um persönliche, gesundheitliche oder auch berufliche Themen überhaupt erst angehen zu können.

Flexible Unterstützung:
Ganzheitliche und ressourcenorientierte Unterstützungsangebote, die sich nach den individuellen Bedarfen der Teilnehmenden richten.

Hohe Wirksamkeit:
Internationale Studien und Praxiserfahrungen belegen, dass mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden ihre Wohnung dauerhaft halten.

So funktioniert Housing First Bremen

1

Eigener Wohnraum ohne Vorbedingungen

Vermittlung einer Wohnung mit regulärem, unbefristetem Mietvertrag und allen Rechten und Pflichten, die man als Mieter:in hat. Vorbedingungen wie nachgewiesene Abstinenz, eine Wohnfähigkeitsprüfung oder ein bestehender Therapieplatz gibt es nicht.

2

Bedarfsgerechte Unterstützung und freiwillige Inanspruchnahme

Unser multiprofessionelles Team begleitet aktiv und aufsuchend: etwa bei Behördenangelegenheiten, Gesundheitsthemen oder im Wohnalltag. Unterstützungsangebote können von Teilnehmenden freiwillig in Anspruch genommen werden.

3

Dauerhafte Wohnstabilität sichern

Die Begleitung läuft in der Regel mindestens zwei Jahre und kann bei Bedarf verlängert werden, um das Mietverhältnis nachhaltig abzusichern.

Teilnehmer blickt aus dem Fenster seiner eigenen Wohnung
Aus der Praxis
„Housing First ist für mich einfach der ADAC für Wohnungslose!“ Teilnehmer bei Housing First Bremen

Für Vermietende & Wohnungsgeber:innen

Wenn Sie Wohnraum an Teilnehmende von Housing First Bremen zur Verfügung stellen möchten, vermieten Sie sicher und leisten gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Überwindung von Obdachlosigkeit in Bremen:

  • Gesicherte Mietzahlung: Die Miete wird verlässlich und direkt über die zuständigen Sozialleistungsträger (z. B. Jobcenter Bremen) überwiesen.
  • Feste Ansprechperson: Unser Team steht Vermieter:innen während der gesamten Begleitphase und bei Bedarf auch darüber hinaus als verlässlicher Partner zur Seite.
  • Aktiv begleitete Nachbarschaft: Bei Fragen oder Unstimmigkeiten im Hauswesen stehen wir beratend zur Seite und vermitteln zügig zwischen allen Beteiligten.

Schreiben Sie gern direkt unsere Ansprechperson für die Wohnraumakquise an:

Wohnraum anbieten

Durchführung in Bremen

Housing First Bremen wird von hoppenbank e.V. umgesetzt. Gefördert wird das Projekt von der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, in Kooperation mit Haus & Grund Bremen.

Zielsetzungen

  • Langzeitobdachlosigkeit in Bremen nachhaltig verringern
  • Wohnstabilität der Teilnehmenden nachhaltig absichern
  • Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und Gesundung der Teilnehmenden stärken

Kontakt & Unterstützung

Egal, ob Sie selbst Unterstützung suchen, eine Wohnung anbieten möchten, jemanden vermitteln oder Fachfragen haben: Rufen Sie uns an oder nutzen Sie unser Formular – wir melden uns verlässlich zurück. Kostenlos, vertraulich und unverbindlich.

Kontaktformular öffnen

    Häufige Fragen

    Neuanfänge ermöglichen
    – Ihre Spende hilft

    Ihre Spende unterstützt Menschen beim Einzug in ihre eigene Wohnung: bei der Ersteinrichtung, mit Notwendigem für den Hausrat oder durch gemeinschaftsfördernde Angebote.

    Jetzt spenden
    Gefördert von Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration · Kooperationspartner: Haus & Grund Bremen

    Housing First Bremen

    Anschrift

    Pappelstraße 23
    28199 Bremen

    In Google Maps öffnen
    Barrierehinweise

    – Eingang fast ebenerdig; kleine Stufe mit Rampe überwindbar (für Rollstuhl geeignet)
    – Keine automatische Türöffnung, kein Blindenleitsystem
    – Toilette und Bad nur mit kleinem Rollstuhl nutzbar, kein Haltegriff neben WC vorhanden
    – ÖPNV gut erreichbar, Haltestelle "Pappelstraße" – Büro ca. 5 Min.

    Sprechzeiten

    Telefonische Sprechzeiten
    Mo 12–15 Uhr · Di 9–12 Uhr · Do 9–12 Uhr
    Offene Sprechzeit für ehemalige
    Teilnehmende mit Gesprächsbedarf
    Freitags, 10–12 Uhr